Wenn das Bett nachts nicht trocken bleibt…. Das Bettnässen
Die kindliche nächtliche Harninkontinenz
Die 1. Patienteninformationsveranstaltung am 28. September war ein großer Erfolg.
Sie richtete sich an Eltern, die sich über die kindliche nächtliche Harninkontinenz informieren konnten. Jedes zehnte Kind im Alter von sieben Jahren nässt nächtlich ein - bei den 15-jährigen sind es noch rund 1,5 Prozent. Diese Situation belastet oft alle Beteiligten. Angst und Scham beeinträchtigen das Selbstbewusstsein der Kinder. Nach wie vor ist das Bettnässen für viele ein Tabuthema. Das führt dazu, dass Kinder und Eltern sich oft mit diesem Problem herumschlagen, ohne ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Dr. med. A. Schaudig referierte über die wichtigsten Themen:
● Warum Kinder einnässen…
● Was sie als Eltern über das Bettnässen wissen sollten…
● Was sie für ihr Kind tun können…
● Ab wann sollte ich mein Kind behandeln lassen?
● Warum sollte ich mein Kind behandeln lassen?
Interessierte Eltern wurden über die Ursachen und Therapiemöglichkeiten von Bettnässen informiert.
Wir haben das Wichtigste der Informationsveranstaltung für sie zusammengefasst:
Man unterscheidet bei der Enuresis zwischen dem Einnässen tagsüber Enuresis diurna und dem nächtlichen Einnässen Enuresis nocturna, wobei auch kombinierte Formen vorkommen können. Weiterhin unterscheidet man eine primäre – bei der das Kind noch nie dauerhaft trocken war – und eine sekundäre Enuresis, bei der das Kind wieder einnässt, nachdem es bereits länger als sechs Monate trocken war.
● Normalerweise ist Einnässen kein Verhaltens- oder Erziehungsproblem: kein Kind nässt
absichtlich ein
● Sie sind nicht alleine. Einnässen ist sehr verbreitet und kommt häufiger vor als sie denken
● Die meisten Kinder wachsen aus dem Bettnässen heraus. Sie werden auch ohne Behandlung
trocken. Trotzdem ist Einnässen behandelbar. Es stehen zahlreiche Behandlungs- und
Therapiemöglichkeiten zur Verfügung, um ihnen und ihrem Kind zu helfen, schnell trocken zu
werden. Zögern sie nicht, uns zu kontaktieren. Lassen sie sich von Experten über die Auswahl
geeigneter Verfahren beraten
● Geduld und Unterstützung sind die wichtigsten Voraussetzungen um ihrem Kind zu trockenen
Tagen und Nächten zu verhelfen
●Bestrafung des Kindes ist niemals sinnvoll und immer kontraproduktiv.
Innovative Behandlungskonzepte bei dem Syndrom der überaktiven Blase
5-8 Millionen Menschen leiden allein in Deutschland unter einer Blasenschwäche.
Bei neurologischen Erkrankungen wie z.B. Multipler Sklerose, Morbus Parkinson oder Querschnittslähmungen treten diese Blasenstörungen im direkten Zusammenhang auf.
Bei einer großen Mehrzahl von Patienten jedoch lässt sich die Ursache von Blasensymptomen nicht erklären.
Die am weitesten verbreitete Blasenfunktionsstörung ist die sogenannte „überaktive Blase“, welche mit starkem Harndrang, gehäuftem nächtlichen - oder auch unwillkürlichem Wasserlassen einen großen Leidensdruck bei den Patienten darstellt.
Grund hiefür ist die Übererregbarkeit des Blasenmuskels( M. Detrusor), der normalerweise während der Füllungsphase entspannt sein sollte.
Hierbei kommt es zu spontanen Kontraktionen des Blasenmuskels und somit zu Harndrang oder ungewolltem Urinabgang.
Bisherige Therapie war die Gabe von sogenannten Anticholinergika, ( Oxybutinin, Trospiumchlorid, Tolterodin) um den Blasenmuskel zu „dämpfen“.
Die häufigen Nebenwirkungen wie z.B. Mundtrockenheit, verschwommenes Sehen und auch Verstopfung sowie eine Medikamentenunwirksamkeit führen hierbei nicht selten zu einem Abbruch der Behandlung.
Ein neues vielversprechendes Verfahren zur „Dämpfung“ des Blasenmuskels ist hierbei die Behandlung mit der Injektion von Botulinumtoxin A. direkt in den Blasenmuskel.
Dabei wird in Narkose mit einer dünnen Nadel unter zystoskopischer Kontrolle eine bestimmte Menge der Botolinumtoxin A – Lösung in verschiedene Bereiche der Blase injiziert.
Nach 3-10 Tagen beginnt die relaxierende Wirkung die dann 4-6 Monate anhält.
Somit kann eine Verbesserung der Beschwerden bei über 90% der Patienten erzielt werden.
Nach der Behandlung erhält die Blase ihre ursprüngliche Funktion zurück, die Blasenkapazität steigt, die Drangsymptomatik verringert sich, die Patienten erhalten ihre Lebensqualität zurück.
Oft ist schon (trotz vollständiger Reversibilität des Medikaments) eine einmalige Behandlung zur Beschwerdefreiheit ausreichend.
Seit ca. zwei Jahren wird diese Behandlungsform in unserer urologischen Belegabteilung angeboten und erfolgreich durchgeführt.